Über uns

 

Die Chronik des Obst- und Gartenbauvereins Merkstein 1

 

von Franz Alexnat

                                  

 

 

 

Der Obst- und Gartenbauverein Merkstein 1  1934 wurde er aus der Taufe gehoben. Um die Bergleute der Kolonie Streiffeld bei der Ernährung ihrer Familien zu unterstützen, stellte der Eschweiler-Bergwerks-Verein den Bewohnern der Kolonie ein Stück seines Ackerlandes am Kasinohof für die Errichtung einer Gartenanlage zur Verfügung. Viele der Grundstücke in der Kolonie waren zu klein für die Anlage eines Gartens. Diesen Bewohnern gab man nun die Gelegenheit, sich um eine Parzelle in der Gartenanlage zu bewerben. Die Gartenanlage musste gestaltet und verwaltet werden. Die interessierten Bürger der Kolonie gründeten deshalb den Gartenbauverein. Viele Menschen, die in Merkstein Geschichte gemacht haben, zählen zu den Gründern des Vereins. An dieser Stelle zu erwähnen sind die jetzt noch lebenden Mitbegründer Werner Weidemüller, Heinrich Kruse und Willi Zimmermann. Als 1911 -1913 die Neuabgeteufte EBV - Grube Adolf seine Förderung aufnahm, setzte eine wahre Völkerwanderung nach Merkstein ein. Um den Grubenbetrieb garantieren zu können, hatte der Eschweiler-Bergwerks-Verein in vielen Teilen Deutschlands Arbeiter angeworben. Sie kamen aus Sachsen, Thüringen, Bayern, aus dem Saarland und aus dem Wurmrevier. Um dem Ansturm so vieler Menschen gewappnet zu sein, hatte der EBV die Bergbaukolonie Streiffeld errichtet. Sie war ein Teil seines Betriebsgeländes und fügte sich doch in das Gesamtbild der Gemeinde Merkstein ein.

 

Das kleine Örtchen Merkstein wuchs zu einer Großgemeinde, einer wahren Industriegemeinde heran. Die Zeit zog ins Land, und die Kolonie konnte den Arbeiterbedarf der EBV - Grube Adolf nicht mehr decken. Weitere Siedlungen wurden gebaut, und die Grundstücke waren richtige Selbstversorgungsparzellen. Die Bergleute, die sich hier ansiedelten, konnten sich und ihre Familien mit Produkten aus ihren Gärten ernähren. Sie konnten Schweine, Ziegen, Kaninchen und Hühner auf ihren Grundstücken züchten.

 

Die Bergbauarbeiter in der Kolonie, die Pioniere der ersten Zeit, die die Grube Adolf mit aufgebaut hatten, standen in dieser Beziehung sozusagen "auf dem Schlauch". Ihnen war es nicht vergönnt, ihre Familien mit Obst und anderen Produkten aus dem eigenen Garten zu versorgen. Das war durch die Inflation besonders schlimm, da mit dem ohnehin wenigen Geld, das die Bergleute damals verdienten, kaum noch etwas zu erwerben war.

 

Wie, oder unter welchen Umständen es zu den folgenden Begebenheiten kam, kann ich nicht berichten. Hierüber fehlen die nötigen Unterlagen und Aufzeichnungen.

 

Der Eschweiler-Bergwerks-Verein stellte nun auch den Bewohnern der Bergbaukolonie Streiffeld ein Stück Ackerland für die Errichtung einer Kleingartenanlage zur Verfügung. Einen Nachteil gab es allerdings: Der EBV konnte die Gartenanlage jederzeit auflösen, wenn er Bauland brauchte.

 

Wir schreiben das Jahr 1934.

 

Die interessierten Bürger wählen auf der Gründungsversammlung den ersten Vorstand und gründen den Obst- und Gartenbauverein Merkstein. Unter dem Vorsitz von Hubert Heinen nimmt der Vorstand die Arbeit auf. Die Aufteilung des Ackerlandes erfolgt in 200 qm bis 250 qm große Parzellen. Mit Holzpfählen werden die einzelnen Kleingärten gekennzeichnet. Es entstehen etwa 200 Parzellen; kleine Gärten, die an die Mitglieder verteilt werden. Die Gartenanlage erhält den Namen "Junge Kraft".

 

Alles in allem eine großartige Leistung des damaligen Vorstandes, der mit viel Schwung, Energie und mit dem Wohlwollen des EBV die Gartenanlage betrieb und führte.

 

Später schließt sich der Obst- und Gartenbauverein Merkstein dem Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine an, der ebenfalls 1934 gegründet wurde.

 

1945 löst Martin Plum den Vorsitzenden Hubert Heinen ab. Er wird von der Mitgliederversammlung bestätigt.

 

Vierzehn Jahre bleibt dem Verein die Gartenanlage erhalten, dann benötigt der EBV Bauland für seine sich ausdehnende Belegschaft der Grube Adolf; der Aufschwung der Wirtschaft nach dem zweiten Weltkrieg zollte seinen Preis. 1948 kündigt der EBV fristlos dem Obst- und Gartenbauverein fünf Morgen Land. 41 Parzellenbesitzer verlieren ihren Garten. Sie erhalten pro Quadratmeter 20 Pfennig Entschädigung. Weitere zehn Parzellen müssen 1949 aufgelöst werden. Im Gegenzug werden dem Gartenbauverein acht Morgen Ackerland entlang der EBV - Bahnschienen zwischen Merkstein und Alsdorf zur Pacht angeboten. Der Verein nimmt das Angebot des EBV an. Im Herbst 1949 wird die Aufteilung der neuen Gartenanlage in Angriff genommen. Schon Ende des Jahres können 78 Parzellen an die Mitglieder verpachtet werden.

 

Die Gartenanlage bekommt den Namen "Gute Hoffnung" als Hoffnungsträger für die Zukunft.

 

Der Verein hat nun zwei Kleingartenanlagen mit insgesamt 230 Gartenparzellen. In der Gartenkolonie "Gute Hoffnung" werden 1951 die ersten Obstbäume gepflanzt.

 

1952 kündigt der Eschweiler-Bergwerks-Verein die gesamte Gartenanlage "Junge Kraft". Was dem Verein bleibt, ist nur die Gartenanlage "Gute Hoffnung", die heutige Gartenanlage des Obst- und Gartenbauvereins Merkstein 1 e. V.

 

 

 

Die Gartenanlage gedeiht und blüht. Es wird eine Gartenlaube für den Verein geplant und der Plan dem EBV unterbreitet.

 

Im Frühjahr 1956 liefert der Eschweiler-Bergwerks-Verein kostenlos das Material für die Vereinslaube. Baubeginn ist der 23. März 1956. In diesem Jahr werden auch die Gartenwege mit roter Asche befestigt.

 

Im Frühjahr 1957 wird die Gartenlaube des Vereins eingeweiht.

 

Auf Antrag des Gartenfreundes Anton Jantos wird die Gartenanlage 1958 mit einer Ligusterhecke eingefriedet.

 

1959 feiert der Verein sein 25-jähriges Bestehen. Durch den Verlust der Gartenanlage "Junge Kraft" an der Geilenkirchener Straße hat der Verein viele Mitglieder verloren, der alte Stamm hält aber noch zusammen. Ihm wird in diesem Jahr die Vereinssatzung ausgehändigt. Der erste Antrag zur Eintragung des Vereins ins Vereinsregister wird vom Gartenfreund und damaligem Bürgermeister der Gemeinde Merkstein, Hans Landrock, vorgetragen. Die Mitgliederversammlung beschließt am 24. Januar 1960: "Der Verein soll eingetragen werden"! Dieser Beschluss konnte erst Jahrzehnte später realisiert werden.

 

Am 11. März 1961 wird Emil Plohmann zum zweiten Vorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins gewählt. Am 22. April 1961 ist die erste Vorstandssitzung in der Vereinslaube. In diesem Jahr wird auch ein Lagerhaus aus Ziegelsteinen für Düngemittel und Saatgut gebaut.

 

Martin Plum legt am 9. Dezember aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als 1. Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins nieder. Emil Plohmann übernimmt die Aufgabe des 1. Vorsitzenden und wird als solcher am 24. Februar 1962 von der Mitgliederversammlung bestätigt. Er bleibt 23 Jahre Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins.

 

Immer bei starkem Regenfallen steht ein Teil der Gartenanlage unter Wasser. Ein See bildet sich, und einige Parzellen können nicht mehr bearbeitet werden. Das Oberflächenwasser aus der Umgegend und der Weißen Siedlung auf der anderen Seite der Bahnschienen sammelt sich in dem tiefergelegenen Teil der Gartenanlage und kann nicht ablaufen. Erst im Jahre 1985, unter dem Vorsitzenden Josef Gerkens, kann Abhilfe geschaffen werden. Ein Abwasserrohr durch den Schutzdamm an der Zubringerbahnanlage am Fuß der Gartenanlage löst das Problem.

 

Emil Plohmann stellt 1976 den Antrag an den Verein, aus dem Kreisverband auszutreten. Welche Gründe für den Austritt zeichneten, ist aus den vorhandenen Unterlagen nicht ersichtlich. Nach langen Diskussionen wird die Austrittserklärung am 20. März 1978 vom geschäftsführenden Vorstand unterzeichnet. Auf der Mitgliederversammlung am 8. April 1978 gibt der Vorsitzende Emil Plohmann der Versammlung eine Erklärung über den Austritt aus dem Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine Aachen e. V. ab. In der Niederschrift ist auch zu erkennen, dass der EBV immer wieder von seinem Mitspracherecht regen Gebrauch machte. Bei Entscheidungen über Laubenbau, Gartenbefestigung, Wege und Abgrenzungen waren den Vorständen die Hände gebunden. In der Jahreshauptversammlung am 15. Januar 1985 erklärt der Vorsitzende Emil Plohmann seinen Rücktritt. Er tritt spontan aus dem Verein aus. Mit ihm verlassen noch einige andere Vorstandsmitglieder den Verein. Josef Gerkens wird von der Versammlung zum 1.VORSITZENDEN des Vereins gewählt.

 

Ein neuer Vorstand, ein neuer Geist!

 

Helmut Zimmermann unterbreitet der Versammlung den Vorschlag. einen "Tag des Baumes" durchzuführen. Die Idee wird von der Versammlung einstimmig angenommen.

 

Am 16. März 1985 veranstaltet der Obst- und Gartenbauverein den Tag des Baumes". Es werden 300 Jungbäume (Birken, Pappeln, Kastanien, Eichen, Rotbuchen und Ahornbäume) entlang der EBV - Bahnschienen und beiderseits des Zufahrtsweges zur Gartenanlage des Vereins gepflanzt. Unterstützung zu dieser Aktion fand der Verein bei den Fraktionen der Stadt Herzogenrath und der Bevölkerung im Allgemeinen.

 

Den ersten Baum setzte der stellvertretende Bürgermeister Josef Übachs in den Boden. Der Gärtner Hans Jungen, Mitglied des Vereins, stiftete für diese Aktion 150 Jungbäume. Die restlichen Bäume stellte der EBV zur Verfügung. Auf der Vorstandssitzung am 1. April 1985 werden wieder die ersten Kontakte zum Kreisverband geknüpft, und am 6. Mai 1985 entscheiden die Mitglieder den Wiedereintritt in den Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine Aachen e. V. Zum gleichen Zeitpunkt wird ein Antrag der Stadt Herzogenrath erörtert: "Die Betreibung einer Kompostierungsanlage durch den Verein". Der Verein nimmt den Antrag an. Die Kompostierungsanlage wird in unmittelbarer Nähe der Gartenanlage des Vereins errichtet. Die Stadt friedet das Gelände ein und stellt alle benötigten Geräte zur Verfügung. In dieser Anlage können alle Bürger des Stadtteils Merkstein zweimal wöchentlich ihre Garten- und Küchenabfalle deponieren. Mit einem Platzkonzert des Instrumentalvereins Herbach wird die Anlage am 7. Oktober 1985 öffentlich eingeweiht. Der Parkplatz und der Zufahrtsweg zur Gartenanlage werden noch in diesem Jahr asphaltiert Ein Verdienst des Bürgermeisters Willi Schultheis

 

Auf dem nun befestigten Platz wird 1986 das erste Sommerfest gefeiert. Dieses Sommerfest, das 1985 von der Familie Emmi und Günter Sander ins Leben

 

gerufen wurde, hat soviel Anklang gefunden, dass man beschließt, das Fest jedes Jahr zu feiern. Es wird Bestandteil des Jahresprogramms.

 

Die Satzung und die Gartenordnung des Vereins werden neu überarbeitet. Auf der Mitgliederversammlung am 14. Januar 1989 werden Satzung und Gartenordnung von der Versammlung einstimmig bestätigt. Im April 1989 wird der Verein zur Eintragung in das Vereinsregister Aachen angemeldet und am 3. Juli 1989 eingetragen. Der Obst- und Gartenbauverein Merkstein 1 ist nun "e. V."; Was lange währt, wird endlich gut.

 

Die Eschweiler-Bergwerks-Verein AG zieht sich aus der Aachener Region zurück. Die Bergbauära geht zu Ende, alle Gruben werden geschlossen. Der EBV verkauft seine Ländereien, Unruhe breitet sich aus. Wird der Verein seine Gartenanlage verlieren? Das Gelände, das der Verein in Pacht hat, soll verkauft werden.

 

Was passiert? Industriegebiet, ja oder nein? Es erfolgt eine Anfrage an die Stadt Herzogenrath! Man versichert dem Vorstand, dass die Stadt bereits mit dem EBV Verbindung aufgenommen hat, um das Gelände zu erwerben. Der Bürgermeister Willi Schultheis und die Ratsmitglieder Herbert Nilges, Gerhard Guthörl, Peter Freihöfer und Heinz Küppers setzen sich für den Gartenbauverein ein. Die Anlage soll Bestand des Vereins bleiben. Mit dieser guten Hoffnung setzt der Vorstand weitere Planungen in die Tat um.

 

Ein Frischwasseranschluss an das öffentliche Versorgungsnetz wird geplant. Mit großem Engagement von Gerd Habermann wird im Sommer 1990 der Anschluss hergestellt. Die erste Zapfstelle wird zum Sommerfest 1990 in Betrieb genommen.

 

Im Frühjahr 1991 wird der Zufahrtsweg zur Gartenanlage mit Straßenlaternen bestückt und an die Beleuchtung der Geilenkirchener Straße angeschlossen Gleichzeitig wird ein 380-Volt Anschlusskabel bis zur Gartenanlage verlegt und ein Verteilerkasten installiert. Nun ist die Stromzufuhr für das Sommerfest gesichert.

 

Ein neues, Selbstschließendes Eingangstor wird eingebaut.

 

Nach acht Jahren Vorstandsarbeit stellt der Vorsitzende Josef Gerkens sich nicht mehr zur Wahl. Werner Ortwig wird von der Mitgliederversammlung am 20. Dezember 1992 zum neuen Vorsitzenden gewählt.

 

 

 

                                                     

Der Obst- und Gartenbauverein stellt einen Antrag an die Stadt Herzogenrath, um einen neuen Pachtvertrag zu bekommen. Außerdem wird bei der Stadtverwaltung ein Antrag gestellt, eine Strom- und Wasserleitung bis zum Vereinshaus zu

 

 

 

verlegen und den Gartenweg in der Anlage mit Straßenlaternen zu versehen. Ein Abwasseranschluss ist Bedingung für die Anlage.

 

1993 werden die Vorhaben verwirklicht. Im Frühjahr wird der Kanal in der Anlage verlegt und an das öffentliche Kanalnetz der Stadt angeschlossen. Gleichzeitig wird das geplante Vorhaben, Wasser und Strom bis zur Vereinslaube, durchgezogen. Im gleichen Jahr wird die Stadt Herzogenrath der neue Besitzer der Gartenanlage des Obst- und Gartenbauvereins Merkstein 1 e. V. Sie bietet dem Verein einen Pachtvertrag über 30 Jahre an . Eine neue Hoffnung für den Verein! Jetzt können auch größere Planungen vorgenommen werden. Ein Kinderspielplatz wird in diesem Jahr noch in der Anlage errichtet. Der EBV stiftet für den Spielplatz eine Lok und einen Untertage - Personenwagen. Mit viel Tatkraft der Mitglieder werden die Lok und der Personenwagen auf dem Spielplatz integriert.

 

Auf der Mitgliederversammlung am 15. Januar 1994 wird das für den Obst- und Gartenbauverein Merkstein 1 e. V. 1934 gestaltetes Vereinsemblem vorgestellt und findet die Zustimmung aller anwesenden Mitglieder.

 

Mit guter Hoffnung und viel Unterstützung der Bevölkerung, der Stadtverwaltung und nicht zuletzt der Mitglieder des Vereins hoffen wir auf das Gelingen unserer weiteren Vorhaben und auf eine glückliche Zukunft!

 

 

 

 

 Werner Ortwig

Vorsitzender 1992 - 2001 

 

 

 

Beate Duda

Vorsitzender 2001 - 2004

 

 

 

Udo Caspeler

Vorsitzender 2006 - 2007

 

 

 

Peter Servas

Vorsitzender 2008 - 2013

Kurt Druschke

Vorsitzender 2013-2018

Uwe Däsler

Vorsitzender 2019-??

Ihr Ansprechpartner

Stefan Block

 

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